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InsurTechs und Smart Contracts – Ein Blick in die Zukunft der Versicherungsbranche

InsurTechs und Smart Contracts – Ein Blick in die Zukunft der Versicherungsbranche

Online den Tarif wechseln, Beratung per Videochat und bei einem Schaden am Auto schnell ein Foto hochladen. Auch in der vermeintlich verstaubten Versicherungswelt ist die Digitalisierung längst angekommen. Sogenannte InsurTechs stellen die Branche auf den Kopf.

 
 

InsurTechs und Smart Contracts – Ein Blick in die Zukunft der Versicherungsbranche

Online den Tarif wechseln, Beratung per Videochat und bei einem Schaden am Auto schnell ein Foto hochladen. Auch in der vermeintlich verstaubten Versicherungswelt ist die Digitalisierung längst angekommen. Sogenannte InsurTechs stellen die Branche auf den Kopf.1

Getrieben werden diese Veränderung vor allem durch die Ansprüche neuer Zielgruppen. Junge Kunden erwarten heutzutage kompetente Beratung, schnelle Problemlösung, sowie eine einfache Abwicklung aller Versicherungsangelegenheiten – und das alles am liebsten online. Allein im zweiten Quartal 2017 wurde deshalb eine Rekordsumme von 985 Millionen US-Dollar in neue Technologien für die Versicherungsbranche investiert.  

Was sind InsurTechs überhaupt?  

Der Begriff InsurTech setzt sich aus den englischen Wörtern Insurance und Technology zusammen. Es geht also im Grunde um Versicherungsdienste, die digitale Technologien nutzen. Oftmals wird das Wort aber auch als Synonym für digitale Startups der Branche genutzt, die sich im Wesentlichen in drei Kategorien unterteilen lassen:

Zum einen wären da Startups, die online eigene Versicherungspolicen anbieten. Bei Ottonova kann man beispielsweise online eine private Krankenversicherung abschließen und Flypper startet 2018 unter anderem mit Haftpflicht-, Hausrat- und Unfallversicherungen. Andere Anbieter, wie Appsichern, versichern kurzfristige und situative Risiken: das Verpassen eines Fluges, eine Mietwagenfahrt oder eine Mountainbike-Tour. Die Zusatzversicherung gilt dann nur für den ausgewählten Zeitraum. Zum anderen gibt es Jungunternehmen, die digitalen Vertrieb betreiben. Dazu gehören Online-Versicherungsmakler sowie Vergleichsportale. Die dritte Kategorie von Startups stellt etablierten Versicherungs-unternehmen neue Technologien bereit, beispielsweise einen 24/7 erreichbaren Chat. Kunden können so jederzeit Fragen stellen, die das System mit Hilfe von Chatbots und künstlicher Intelligenz automatisch beantwortet.2

Für Versicherungen besonders interessant: Smart Contracts  

Noch einfacher wird das Abschließen von Versicherungen und die Auszahlung im Schadensfall mit sogenannten Smart Contracts. Mit Hilfe eines solchen digitalen Vertrages kann sich zum Beispiel ein Landwirt gegen Ernteausfälle versichern. Dabei messen Sensoren auf den Feldern die Niederschlagsmenge in einem bestimmten Zeitraum und senden die Daten an die Blockchain. Hier werden Daten dezentral auf vielen verschiedenen Rechnern gleichzeitig gespeichert und aktualisiert. So sind die Informationen, anders als beim Speichern auf einem einzelnen Rechner, transparent und fälschungssicher. Warum? Weil man, um Informationen zu verfälschen nicht nur einen Server, sondern eben jeden einzelnen Computer in der Blockchain hacken müsste. Regnet es monatelang nicht, weisen die Daten dies zweifelsfrei nach und die Versicherung zahlt dem Landwirt den Schaden, ohne dass er diesen überhaupt melden musste. Kosten und Zeit für Gutachten und Gerichtstermine können ebenfalls gespart werden. Weitere Anwendungsgebiete könnten Hagel- und Wasserschäden oder erhöhte Transportkosten an Regentagen sein.

Aus technischer Sicht steht Smart Contracts nichts im Weg, dennoch werden sie erst sehr vereinzelt angeboten.Ein Beispiel dafür ist die Blockchain-Versicherung für Flugverspätungen. Die Versicherungspolice ist dabei über die Blockchain mit einer weltweiten Flugverkehrsdatenbank verknüpft. Hat der Flug mehr als zwei Stunden Verspätung, muss der Fluggast sich nicht bei der Airline oder einem Online-Verbraucherportal melden, sondern wird vollautomatisch und ohne Schadensmeldung entschädigt.

Kooperation statt Konfrontation

Zu Beginn der Digitalisierung der Versicherungsbranche standen alle Zeichen auf Konfrontation. Viele Startups verkündeten selbstbewusst den Markt vollkommen verändern  zu wollen und etablierte Versicherungsunternehmen ordentlich aufzumischen. Mittlerweile fahren alle einen etwas friedlicheren Kurs und setzen auf Kooperation statt Konfrontation. Zum einen liegt das daran, dass die Versicherungsbranche sehr komplex ist und Kunden nur schwer zu begeistern sind. Vielen Startups fehlt es hier schlicht an Versicherungs-Know-how, um sich erfolgreich durchzusetzen. Zum anderen haben die großen Versicherungsunternehmen das Potenzial der Digitalisierung erkannt und ihre Aktivitäten in diesem Bereich stark ausgebaut. Viele Unternehmen suchen nun aktiv Kontakt zu Gründern innovativer Startups und unterstützen die InsurTech Szene finanziell.

Trotz Digitalisierung – Persönliche Beratung bleibt ein Muss

Zweifellos erobern die digitalen Versicherungstechnologien die gesamte Branche. Klassische Versicherungsprodukte werden durch digitale Komponenten erweitert und gleichzeitig entstehen ganz neue Angebote. Davon profitieren nicht nur etablierte Unternehmen und Startups, sondern vor allem auch die Kunden. Trotzdem ist und bleibt das persönliche Beratungsgespräch der wichtigste Faktor, wenn es um den Abschluss von Versicherungen geht. Eine Umfrage aus dem letzten Jahr ergab, dass diese für mehr als 70 Prozent deutscher Versicherungsnehmer äußerst wichtig sind.5

1 willistowerswatson.com
2 startplatz.de
3 it-finanzmagazin.de
4 t3n.de
5 statista.com

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