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Pendeln als „Zweitjob“ – Ein zusätzlicher Stressfaktor?

Das tägliche Pendeln zur Arbeit spaltet die öffentliche Meinung. Für einige ist es der Inbegriff von Stress und Zeitverschwendung, während andere die Zeit produktiv nutzen.

 

Pendeln als „Zweitjob“ – Ein zusätzlicher Stressfaktor?

Montagmorgen: Überall in Europa herrscht hektisches Treiben. Menschen steigen in Autos, Züge und Busse, um rechtzeitig an ihren Arbeitsplatz zu gelangen. Dabei müssen teilweise lange Strecken zurückgelegt werden. Vor allem die Zahl der täglichen Fernpendler erreicht immer neue Höchstwerte. Doch wie wirkt sich Pendeln auf unsere Arbeitszufriedenheit und unser Stressempfinden aus?

Pendeln wird  Prognosen zufolge in Zukunft zu einem noch größeren Massenphänomen werden. Die Ursachen dafür sind vielfältig: Fehlender oder zu teurer Wohnraum in Ballungsgebieten, zunehmend geforderte Flexibilität in der modernen Arbeitswelt oder die immer größere Mobilität der Gesellschaft. All diese Gründe lassen sowohl die Pendlerzahlen als auch die zu bewältigenden Entfernungen stetig steigen.

Laut einer Studie von Michael Page verbringen 39 Prozent der Europäer  im Durchschnitt mehr als 45 Minuten für den einfachen Arbeitsweg. Schlusslicht bilden die Italiener und Franzosen mit jeweils durchschnittlich 45 Minuten. Am wenigsten Zeit brauchen die Portugiesen mit 34 Minuten und die Spanier (36 Minuten).1 

Welche Auswirkungen hat tägliches Pendeln?

Ein langer Arbeitsweg beeinflusst uns auf ganz verschiedene Art und Weise und kann Auswirkungen auf die Gesundheit, das Stresslevel, die Produktivität und auch unsere sozialen Beziehungen haben. Ob diese eher positiv oder negativ sind, ist individuell verschieden. Für viele Menschen stellt Pendeln eine zusätzliche Belastung dar. Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Kopfschmerzen sind nur einige mögliche Folgen, die langfristig zu einer geringeren Leistungsfähigkeit führen können. Ein langer Arbeitsweg verkürzt außerdem die Freizeit. Aus Zeitmangel kann es deshalb vorkommen, dass Freunde und Familie auf der Strecke bleiben. Jedoch sind nicht alle Auswirkungen zwingend negativ. Das zeigt z.B. eine deutsche Studie. Ein Großteil der deutschen Pendler fühlt sich wohl an ihrem Arbeitsplatz und bewertet die Wohnortnähe als immer weniger wichtig für die Attraktivität eines Jobs. Auch Stress ist hier oftmals nicht durch das Pendeln bedingt. Studien über das Stressempfinden an deutschen Arbeitsplätzen zeigen, dass lange Fahrtzeiten eher eine untergeordnete Rolle bei der Entstehung von Stress im Job spielen. Nur knapp ein Fünftel der Befragten nennt „lange Fahrtzeiten“ auf die Frage, welche Faktoren bei ihnen zu körperlichem oder psychischem Stress führen.2 Statt sich durch die Fahrtzeit stressen zu lassen, nutzen viele Pendler diese dazu, ihre Produktivität zu steigern und etwas Sinnvolles zu tun.

Das Beste aus der Situation machen  

Ob man will oder nicht, in manchen Fällen lässt sich ein langer Arbeitsweg einfach nicht vermeiden. Die Devise lautet dann, das Beste aus der Situation zu machen. Hilfreich kann es vor allem sein, die Pendel-Situation sinnvoll zu nutzen und nicht als verlorene Zeit zu sehen. Wie genau das aussieht, ist jedem selbst überlassen: Ob mit Hörbüchern, Lesen oder der Vorbereitung auf ein wichtiges Projekt – es ist wichtig, die Zeit aktiv zu gestalten. Auch Arbeitgeber können die Mitarbeiter mit langer Anreise unterstützen. Flexible Arbeitsmodelle, die Möglichkeit von Home-Office und spätere Meeting-Termine sind nur einige Möglichkeiten. Auch Job-Tickets oder ein ausreichendes Parkangebot können helfen, die Situation für Pendler angenehmer zu gestalten.

1 michaelpage.de
2 orizon.de
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