Unsichtbaren Fehlzeiten – Krank am Arbeitsplatz

Unsichtbare Fehlzeiten – Krank am Arbeitsplatz

Wenn Arbeitnehmern krankheitsbedingt ausfallen, ist das für Unternehmen alles andere als optimal. Dann doch lieber krank zur Arbeit kommen? Was zunächst nach vorbildlichem Einsatz klingt, ist auf den zweiten Blick schädlich für alle Beteiligten.

 
 

Unsichtbare Fehlzeiten – Krank am Arbeitsplatz

Wenn Arbeitnehmern krankheitsbedingt ausfallen, ist das für Unternehmen alles andere als optimal. Dann doch lieber krank zur Arbeit kommen? Was zunächst nach vorbildlichem Einsatz klingt, ist auf den zweiten Blick schädlich für alle Beteiligten.

Fast 80 Prozent der Europäer schätzen ihre Gesundheit als gut beziehungsweise sehr gut ein.[1] Trotzdem fallen sie im Schnitt 11 Tage im Jahr krankheitsbedingt aus. Die Deutschen liegen mit 18 Tagen sogar weit über dem Durschnitt. Die häufigsten Gründe für Fehlzeiten sind flächendeckend dieselben: Erkältungen, Rückenschmerzen und psychische Probleme bilden fast überall die Top 3.

Präsentismus ist weit verbreitet

Mehr als 40 Prozent der Arbeitnehmer in Europa sagen, sie wären schon einmal krank zur Arbeit gegangen. Präsentismus nennt sich dieses Phänomen, das vor allem bei Erkältungen, Kopfschmerzen und Depressionen vorkommt. In Frankreich, Spanien, Griechenland und Großbritannien liegt die Rate derer, die krank am Arbeitsplatz erscheinen sogar über der Anzahl der Krankschreibungen. Als triftigste Argumente trotz Erkrankung im Büro, auf der Baustelle oder der Fabrik zu erscheinen nennen Arbeitnehmer die Angst vor einem Jobverlust sowie das Bedürfnis, ihre Kollegen nicht im Stich lassen zu wollen.[2] Führungskräfte sind übrigens besonders häufig von Präsentismus betroffen.[3]

Schädliche Auswirkungen sind enorm

Die zahlreichen negativen Folgen werden häufig unterschätzt. An erster Stelle besteht natürlich immer die Gefahr, die Kollegen mit einer Erkältung oder Infektion anzustecken. Wer sich nicht schont, riskiert darüber hinaus die Erkrankung zu verschleppen und später länger auszufallen oder gar dauerhaft arbeitsunfähig zu werden. Außerdem verringern Erkrankungen unsere Leistungsfähigkeit und Produktivität und erhöhen gleichzeitig das Risiko für Fehler und Arbeitsunfälle. Forscher gehen davon aus, dass die durch Präsentismus verursachten Kosten, die Kosten krankheitsbedingter Fehlzeiten sogar übersteigen.[4]

Einfach mal auf sein Bauchgefühl hören

Generell gilt: Wer sich zu krank zum Arbeiten fühlt, sollte auch zu Hause bleiben. Das soll natürlich nicht heißen, dass man wegen jedes Wehwehchens das Bett hütet. Ein Beispiel: Mit einer leichten Erkältung ist man im Job in der Regel noch einsatzbereit. Wenn Fieber und Gliederschmerzen dazu kommen, sind ein Besuch beim Hausarzt und ein paar Tage Schonzeit angebracht. Hier sollte man wie so oft im Leben einfach mal auf sein Bauchgefühl hören.


[1] Eurofound (2017), Sixth European Working Conditions Survey

[2] de.statista.com/statistik/daten/studie/645613/umfrage/haeufigste-gruende-der-deutschen-trotz-erkaeltung-zur-arbeit-zu-gehen/

[3] www.wiwo.de/erfolg/beruf/erkaeltung-und-co-mediziner-gehen-besonders-oft-krank-zur-arbeit/13435882.html

[4] www.aok-business.de/gesundheit/bgf-fuer-ihre-mitarbeiter/psychische-gesundheit/praesentismus/folgen-von-praesentismus-hohe-kosten-fuer-arbeitgeber/

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