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Telemedizin – eine Revolution im Gesundheitssystem

Langsam aber sicher erreicht die Digitalisierung auch das Gesundheitswesen in Europa. Mithilfe der Telemedizin und digitaler Innovationen können die europäischen Gesundheitssysteme revolutioniert und Patienten besser versorgt werden.

 

Telemedizin – eine Revolution im Gesundheitssystem

Die Digitalisierung beherrscht in der heutigen Zeit nahezu alle Lebensbereiche. Auch im Gesundheitssystem kommen neue Technologien immer häufiger zum Einsatz. Die sogenannte Telemedizin wird allerdings im europäischen Vergleich noch lange nicht von allen Ländern gleichermaßen intensiv umgesetzt. Dabei hat sie zahlreiche Vorteile.

Europäische Spitzenreiter bei der Digitalisierung im Gesundheitsbereich sind laut einer internationalen Vergleichsstudie der Bertelsmann Stiftung Estland, Dänemark und Spanien. Die medizinischen Daten der Patienten werden hier in elektronischen Akten gespeichert, sodass verschiedene Ärzte direkt darauf zugreifen können. Auch Rezepte und Überweisungen werden schnell und einfach digital übermittelt. In Estland und Dänemark haben Patienten sogar die Möglichkeit, ihre Akten selbst online einzusehen und zu verwalten. Auch nicht-europäische Länder wie Kanada oder Israel schneiden gut ab: Dort zählen Ferndiagnosen und -behandlungen per Video zu den Standards der Gesundheitsversorgung. Andere europäische Länder sind noch lange nicht so fortschrittlich: Die Schweiz, Frankreich, Deutschland und Polen belegen die letzten Plätze des Vergleichs.1

Welche Vorteile bietet die Telemedizin?

Telemedizinische Angebote bieten die Möglichkeit, räumliche Distanzen zu überwinden. So kann auch Patienten, die sonst sehr weite Strecken zum Arzt zurücklegen müssen, eine umfassende medizinische Versorgung gewährleistet werden. Außerdem können elektronische Patientenakten das Verschreiben verschiedener Medikamente mit Wechselwirkungen verhindern und so die Patientensicherheit verbessern, Gesundheits-Apps tragen zu einer besseren Verständigung zwischen Arzt und Patient bei und zusätzlich wird die Effizienz und Nachhaltigkeit des gesamten Gesundheitssystems gesteigert.2

Nachzügler holen auf

Angesichts dieser Vorteile wundert es nicht, dass jetzt auch die Länder auf den hinteren Rängen der Bertelsmann-Studie aufholen. Das zeigt das Beispiel Deutschland: Seit der deutsche Ärztetag im Jahr 2018 das berufsrechtliche Verbot der ausschließlichen Fernbehandlung gelockert hat, haben Ärzte die Möglichkeit, ihre Patienten ohne persönlichen Kontakt, per Telefon oder Internet, zu behandeln. Zum Beispiel kann man sich bei Erkältungen seit neustem via WhatsApp krankschreiben lassen. Für die Online-Krankschreibung muss zunächst im Internet ein Formular ausgefüllt werden, das die klassischen Erkältungssymptome abfragt. Im Anschluss daran wird mit einer Ärztin über den Messenger-Dienst WhatsApp kommuniziert. Kurze Zeit später erhält man eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung als Foto via WhatsApp und einige Tage später auch per Post.3

Strategien zur Förderung der Telemedizin

Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, die Gesundheitsversorgung der Bürger langfristig und nachhaltig zu verbessern. Vor allem an der Zugänglichkeit zu gesundheitlichen Diensten und der medizinischen Informationsinfrastruktur soll gearbeitet werden. Benutzerfreundliche und effiziente digitale Lösungen und elektronische Dienste müssen her. Daher fördert die EU zahlreiche Projekte der Telemedizin.4 Doch auch die Länder müssen aktiv an der Umgestaltung der Gesundheitssysteme mitwirken. Auf nationaler Ebene bedarf es einer konkreten Strategie, politischen Rahmenbedingungen sowie einer übergreifenden koordinierenden Institution, um die einzelnen digitalen Prozesse nach und nach umzusetzen und in der Branche zu etablieren.5

1 bertelsmann-stiftung.de
2 lig-gesundheit.at
3 lto.de
4 lig-gesundheit.at
5 bertelsmann-stiftung.de
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